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Erlebnispädagogik für Teams: Der erste Schritt ins Unbekannte

  • Autorenbild: Jennifer Güntert
    Jennifer Güntert
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Wie erfahrungsbasiertes Lernen Teams nachhaltig stärkt


Hände an Kletterwand Erlebnispädagogik

Zwölf Erwachsene stehen vor einer Kletterwand. Projektleiter:innen, Teammitglieder, Führungskräfte – Menschen, die sonst gewohnt sind, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Die Wand ist knapp drei Meter hoch. Nicht spektakulär. Aber hoch genug, um Respekt zu erzeugen. „Wer möchte beginnen?“ fragt die Trainerin.

Ein paar lachen. Ein paar verschränken die Arme. „Ich bin eher für Strategie zuständig“, sagt jemand. „Ich sichere gern“, meint eine andere. Stille. Dann tritt Tom nach vorne. Im Arbeitsalltag ist er der Ruhige. Der, der selten im Mittelpunkt steht. „Ich probier’s einfach“, sagt er. Er greift nach dem ersten Griff. Zögert. Atmet tief durch. Die Gruppe schaut zu. Man sieht, wie er innerlich kämpft – und trotzdem weitergeht. Oben angekommen bleibt er kurz stehen und sagt: „Okay. Das war deutlich außerhalb meiner Komfortzone.“ Und plötzlich verändert sich etwas. Nicht die Wand. Aber das Team. Die Gespräche danach sind offener. Ehrlicher. Persönlicher. Und Tom? Der meldet sich später im Reflexionskreis als einer der Ersten.



Was ist Erlebnispädagogik für Teams?


Erlebnispädagogik für Teams ist ein Ansatz der Teamentwicklung, bei dem Lernen durch bewusst gestaltete Erfahrungen stattfindet. Statt nur über Kommunikation, Führung oder Zusammenarbeit zu sprechen, erleben Teams diese Themen direkt in realen Situationen – häufig draußen, immer außerhalb der gewohnten Arbeitsumgebung. Ziel der Erlebnispädagogik im Unternehmenskontext ist es, persönliche und soziale Kompetenzen zu stärken, zum Beispiel:


  • Kommunikation und Feedback

  • Vertrauen und Kooperation

  • Rollen und Verantwortung im Team

  • Führungskompetenz

  • Umgang mit Unsicherheit und Veränderung


Der Unterschied zu klassischen Seminaren: Erlebnispädagogik basiert auf erfahrungsbasiertem Lernen – also Lernen durch Erleben, nicht durch reine Wissensvermittlung.



Warum erfahrungsbasiertes Lernen so wirksam ist


In Meetings kann man viel über Teamarbeit sprechen. Man kann Modelle lernen, Prozesse analysieren und Feedbackregeln aufstellen. Doch nachhaltige Teamentwicklung entsteht oft erst dann, wenn Menschen:


  • Unsicherheit spüren

  • Verantwortung übernehmen

  • Unterstützung annehmen müssen

  • Kontrolle loslassen


Erlebnispädagogik macht genau diese Dynamiken sichtbar. Sie zeigt, wie Teams wirklich funktionieren – jenseits von Rollenbeschreibungen und Organigrammen.

Typische Fragen, die sich dabei zeigen:


  • Wer übernimmt Führung?

  • Wer hält sich zurück?

  • Wie gehen wir mit Fehlern um?

  • Wie treffen wir Entscheidungen unter Druck?



Die Rolle der Reflexion in der Erlebnispädagogik


Die eigentliche Wirkung entsteht nicht in der Aktion selbst, sondern in der Reflexion.

In begleiteten Reflexionsrunden fragen sich Teams:


  • Was habe ich in mir selbst wahrgenommen?

  • Wie habe ich die Zusammenarbeit erlebt?

  • Was war herausfordernd?

  • Wo erkenne ich Parallelen zu meinem Arbeitsalltag?


Erst hier entsteht der Transfer – also die Übertragung der Erfahrung in den Berufsalltag.

Ohne Reflexion bleibt es ein Event. Mit Reflexion wird es nachhaltige Teamentwicklung.



Das Lernmodell der Erlebnispädagogik


Erlebnispädagogische Prozesse folgen meist diesem Dreischritt:

Erfahrung (z. B. Outdoor-Teamaufgabe oder Herausforderung)

Reflexion (Wahrnehmung, Austausch, Muster erkennen)

Transfer (Arbeitsalltag, Teamkultur, Führung)

Im Zentrum steht die persönliche und organisationale Entwicklung.



Fazit: Erlebnispädagogik als moderne Teamentwicklung


Erlebnispädagogik für Unternehmen ist kein Freizeitprogramm. Sie ist ein wirksames Instrument der Organisations- und Teamentwicklung. Teams lernen nicht nur über Zusammenarbeit –sie erleben sie. Und genau deshalb wirkt Erlebnispädagogik dort, wo klassische Trainings oft an ihre Grenzen stoßen: bei echter Veränderung von Verhalten, Haltung und Teamkultur.



Reflexionsfrage:

Wann hast du dich zuletzt auf etwas eingelassen, das außerhalb deiner Komfortzone lag – und was hast du dabei über dich oder dein Team gelernt?



Und jetzt hast du Lust das ganze selbst auszuprobieren? Hier findest du alles über unsere Teamerlebnisse oder kannst gleich anfragen!

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