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Selbstwirksamkeit im Team stärken – wie Erlebnispädagogik Entwicklung ermöglicht

  • Autorenbild: Jennifer Güntert
    Jennifer Güntert
  • 28. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das kann“


Sechs Erwachsene stehen unter dem Hochseilelement. Zwischen zwei Bäumen spannt sich ein Seil – etwa acht Meter über dem Boden. Sicherungssysteme sind erklärt, Helme sitzen, die Trainerin gibt letzte Hinweise. Und trotzdem ist da dieses Gefühl. Ein Knoten im Bauch. Ein leises Zögern. „Ich bin eigentlich nicht so der Höhenmensch“, sagt Anna und lacht nervös. Im Büro ist sie souverän, strukturiert, zuverlässig. Hier oben wirkt plötzlich alles anders. „Du kannst jederzeit abbrechen“, sagt die Trainerin ruhig. „Du entscheidest, wie weit du gehst.“ Anna nickt. Greift nach dem Seil. Setzt einen Fuß auf die erste Stufe. Dann noch einen. Man sieht, wie sie innerlich ringt. Atmet. Hält inne. Geht weiter. Oben angekommen bleibt sie kurz stehen. Schaut nach unten. Und sagt – mehr zu sich selbst als zu den anderen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das kann.“ Unten klatscht das Team. Aber der wichtigste Applaus passiert woanders: in ihr selbst.


Klettern am Hochseilelement Erlebnispädagogik
Klettern am Hochseilelement

Was bedeutet Selbstwirksamkeit im Team?


Selbstwirksamkeit im Team beschreibt die Überzeugung von Mitarbeitenden, auch in neuen oder herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben und Einfluss nehmen zu können.

Oder einfacher:


Selbstwirksamkeit bedeutet: „Ich traue mir zu, mit Herausforderungen umzugehen.“

Im beruflichen Kontext ist Selbstwirksamkeit ein zentraler Faktor für:


  • Motivation und Engagement

  • Eigenverantwortung

  • Lernbereitschaft

  • Resilienz

  • Führungskompetenz


Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit im Team:


  • übernehmen Verantwortung

  • probieren neue Wege aus

  • geben bei Schwierigkeiten nicht sofort auf

  • bringen sich aktiv in Veränderungsprozesse ein


Und genau hier setzt Erlebnispädagogik in der Teamentwicklung an.



Warum Erlebnispädagogik Selbstwirksamkeit stärkt


In klassischen Trainings wird oft über Kompetenzen gesprochen. In der Erlebnispädagogik werden sie erlebt.

Teilnehmende kommen in Situationen, die:


  • ungewohnt sind

  • nicht vollständig planbar

  • emotional spürbar

  • real herausfordernd


Diese Kombination aktiviert Lernprozesse auf mehreren Ebenen – kognitiv, emotional und körperlich.

Wenn Menschen eine Herausforderung bewältigen, die sie sich vorher nicht zugetraut hätten, entsteht eine neue innere Erfahrung:


„Ich habe das geschafft – also kann ich auch andere schwierige Situationen bewältigen.“

Genau diese Erfahrung bildet die Grundlage für nachhaltige Selbstwirksamkeit.


Der Transfer in den Arbeitsalltag


Wie bei jeder erlebnispädagogischen Intervention entsteht der eigentliche Mehrwert in der Reflexion.

Typische Reflexionsfragen in der Erlebnispädagogik sind:


  • Was hat mir geholfen, weiterzugehen?

  • Wann wollte ich aufgeben?

  • Was habe ich über mich gelernt?

  • Wo erlebe ich ähnliche Situationen im Job?


Hier entstehen die entscheidenden Brücken:


  • Präsentationen vor großen Gruppen

  • neue Rollen oder Führungsaufgaben

  • schwierige Gespräche

  • Change-Prozesse

  • Entscheidungen unter Unsicherheit


Die äußere Herausforderung wird zur inneren Ressource.



Selbstwirksamkeit wirkt auf das gesamte Team


Ein wichtiger Effekt: Selbstwirksamkeit ist nicht nur individuell – sie ist sozial wirksam.

Wenn Teams erleben:


  • dass Kolleg:innen sich etwas zutrauen

  • dass Fehler Teil des Lernprozesses sind

  • dass Entwicklung sichtbar wird


entsteht eine neue Teamkultur:


  • mehr Mut

  • mehr Offenheit

  • mehr Lernbereitschaft

  • weniger Angst vor Fehlern


Erlebnispädagogik stärkt damit nicht nur Einzelpersonen, sondern die kollektive Selbstwirksamkeit im Team.


Fazit: Selbstwirksamkeit durch Erlebnispädagogik


Selbstwirksamkeit ist keine feste Persönlichkeitseigenschaft. Sie entsteht durch konkrete Erfahrungen von Bewältigung. Erlebnispädagogik schafft genau diese Erfahrungsräume:


  • außerhalb der Komfortzone

  • mit echten Herausforderungen

  • in einem sicheren Rahmen

  • mit professioneller Reflexion


Oder anders gesagt:

Menschen wachsen nicht, weil man ihnen sagt, dass sie es können. Sie wachsen, weil sie es selbst erleben.


Reflexionsfrage

Wann hast du zuletzt etwas getan, bei dem du dir vorher nicht sicher warst, ob du es schaffst – und was hat diese Erfahrung über deine eigenen Fähigkeiten verändert?

Und jetzt hast du Lust das ganze selbst auszuprobieren? Hier findest du alles über unsere Teamerlebnisse oder kannst gleich anfragen!


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